Verhütungsschwamm: Wirkung, Sicherheit und wichtige Grenzen
Ein Verhütungsschwamm wird vor dem Sex in die Vagina eingesetzt und bedeckt den Muttermund. Er verbindet eine mechanische Barriere mit einem Spermizid, das Spermien hemmt. Ein gewöhnlicher Menstruationsschwamm ist dafür kein Ersatz: Verwende zur Verhütung nur ein ausdrücklich dafür vorgesehenes Produkt.
Wie zuverlässig ist die Methode?
Die CDC Übersicht zu Verhütungsmethoden nennt für den Schwamm bei typischer Anwendung etwa 17 Schwangerschaften pro 100 Anwenderinnen innerhalb eines Jahres. Das ist keine Wahrscheinlichkeit pro einzelnem Geschlechtsverkehr. Nach einer Geburt kann der Schwamm weniger zuverlässig sein.
Wenn dir ein möglichst hoher Schutz wichtig ist, lohnt sich ein Vergleich mit anderen Methoden in der gynäkologischen Beratung. Überlege vorher auch, ob du eine Methode suchst, an die du bei jedem Sex denken musst, oder ob du lieber längerfristig verhüten möchtest.
Was ist bei der Anwendung entscheidend?
Die genauen Schritte gehören zur Anleitung deines Produkts. Für den in der FDA Übersicht beschriebenen Schwamm mit Nonoxinol 9 gilt: Schutz für bis zu 24 Stunden, mindestens sechs Stunden Verbleib nach dem letzten Verkehr und Entfernung spätestens 30 Stunden nach dem Einsetzen. Danach wird er entsorgt und nicht erneut verwendet.
Diese Zeiten haben unterschiedliche Zwecke. „24 Stunden Schutz“ bedeutet insbesondere nicht, dass du ihn direkt nach dem letzten Sex entfernen kannst. Notiere dir die Uhrzeit des Einsetzens, wenn du sonst leicht den Überblick verlierst. Wenn du die Anwendung nicht sicher verstanden hast, kläre sie vor dem Sex.
Kein Schutz vor Infektionen
Der Schwamm schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen. Das enthaltene Spermizid kann reizen; bei Mitteln mit Nonoxinol 9 kann zudem das Risiko einer HIV Ansteckung steigen. Selten kann ein toxisches Schocksyndrom auftreten, insbesondere bei zu langem Verbleib. Die Hinweise und Gegenanzeigen in der Packungsbeilage sind deshalb wichtig.
Bei Beschwerden oder Problemen mit dem Entfernen holst du medizinischen Rat. Kondome und ein Schwamm erfüllen beim Infektionsschutz nicht dieselbe Funktion.
Was tun bei einer Verhütungspanne?
Wenn du unsicher bist, ob der Schutz ausgereicht hat, lass dich möglichst schnell in einer Apotheke oder gynäkologischen Praxis zur Notfallverhütung beraten. Warte nicht erst auf die nächste Periode. Die Pille danach wirkt am besten, wenn sie möglichst bald genommen wird; auch die Spirale danach kann infrage kommen. Nenne bei der Beratung den Zeitpunkt des Sex und das verwendete Produkt.