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Menstruationszyklus: Phasen und Zykluslänge verstehen

Dein Menstruationszyklus beginnt am ersten Tag der Periode und endet am Tag vor der nächsten Blutung. Dazwischen verändern Hormone die Vorgänge im Eierstock und in der Gebärmutter. Ein Zyklus muss dafür weder genau 28 Tage dauern noch einen Eisprung am 14. Tag haben.

Zykluslänge und Blutungsdauer sind zwei verschiedene Angaben

Wenn deine Blutung am 3. April und die nächste am 1. Mai beginnt, liegen dazwischen 28 Tage. Der 1. Mai zählt bereits als erster Tag des neuen Zyklus. Wie viele dieser Tage du tatsächlich blutest, ist die Blutungsdauer.

Du brauchst deshalb nicht jeden Tag eine neue Phase zu bestimmen. Zwei markierte Blutungsanfänge reichen, um die vergangene Zykluslänge zu zählen. Eine Vorhersage des nächsten Eisprungs ist das allerdings nicht.

Was in den einzelnen Abschnitten passiert

Menstruation: Schleimhaut wird abgestoßen

Die Gebärmutter hatte ihre Schleimhaut für eine mögliche Schwangerschaft aufgebaut. Bleibt diese aus, löst sich die oberste Schicht. Gewebe und Blut gelangen durch den Gebärmutterhals und die Vagina nach außen. Die Gebärmutter zieht sich dabei zusammen; das kann als Krampf spürbar sein.

Follikelphase: Eine Eizelle reift heran

Diese Phase beginnt ebenfalls am ersten Blutungstag. Menstruation und Follikelphase laufen also zunächst gleichzeitig. Follikel sind kleine Bläschen im Eierstock, in denen Eizellen liegen. Das Hormon FSH fördert ihre Entwicklung. Steigendes Östrogen unterstützt den erneuten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.

Eisprung: Die Eizelle wird freigesetzt

Ein Anstieg des Hormons LH löst die Freisetzung einer Eizelle aus. Sie gelangt in einen Eileiter. Wie lange die Reifung zuvor dauert, ist unterschiedlich. Deshalb verschiebt sich der Eisprung auch bei einer Person von Zyklus zu Zyklus.

Gelbkörperphase: Vorbereitung auf eine mögliche Schwangerschaft

Nach dem Eisprung steigt Progesteron an und unterstützt die Gebärmutterschleimhaut. Kommt keine Schwangerschaft zustande, fallen Progesteron und Östrogen wieder ab. Eine neue Blutung beginnt. Die vier Bezeichnungen beschreiben damit zusammenhängende Vorgänge, keine vier gleich langen Kalenderblöcke.

Was du sinnvoll festhalten kannst

Notiere neben dem Blutungsbeginn beispielsweise starke Schmerzen, ungewöhnlich starke Blutung oder Blutungen zwischen den Perioden. Ein kurzer Eintrag wie „Am zweiten Tag wegen Krämpfen zu Hause geblieben“ beschreibt die Belastung deutlicher als nur „Periode“.

Solche Veränderungen solltest du ärztlich besprechen. Auch wenn drei Blutungen nacheinander ausbleiben, ist eine Abklärung sinnvoll. Ist eine Schwangerschaft möglich, kläre diese Frage früher mit einem passend terminierten Test.

Was eine App nicht wissen kann

Eine App kann deine Einträge ordnen und aus früheren Zyklen Schätzungen machen. Sie weiß damit aber nicht sicher, wann dein nächster Eisprung stattfindet. Krankheit oder starker Stress können den Zeitpunkt verschieben. Wenn du verhüten möchtest, verlasse dich deshalb nicht allein auf berechnete fruchtbare Tage. Natürliche Familienplanung mit Körperbeobachtung folgt eigenen erlernten Regeln und ist mehr als ein Kalender.