Klitorishypertrophie bei Erwachsenen: Was bedeutet das?
Klitorishypertrophie bedeutet eine vergrößerte Klitoris; auch der Begriff Klitoromegalie wird verwendet. Bei Erwachsenen ist zunächst wichtig, ob das Aussehen schon lange so ist oder ob sich etwas neu verändert hat. Eine größere sichtbare Klitoris lässt sich nicht allein anhand eines Vergleichsfotos als krankhaft einordnen.
Was ist mit der Größe gemeint?
Von außen siehst du nur einen Teil der Klitoris: die Eichel und die sie bedeckende Vorhaut. Weitere Anteile liegen im Körper. Wenn du also das Aussehen im Spiegel beschreibst, beschreibst du nicht das gesamte Organ.
Die äußere Anatomie unterscheidet sich von Person zu Person. Bei einer Untersuchung zählt deshalb nicht nur ein einzelner optischer Eindruck. Eine neue Veränderung, Beschwerden und der bisherige Verlauf sind andere Informationen als die Frage, ob dein Körper einem Bild entspricht.
Vorübergehende Veränderung oder anhaltendes Wachstum?
Bei Erregung kann die Klitoris durch stärkere Blutfüllung größer werden. Danach geht sie normalerweise wieder auf ihre gewohnte Größe zurück. Das ist etwas anderes als eine neue, anhaltende Vergrößerung.
Mögliche Ursachen einer bleibenden Veränderung betreffen unter anderem Hormone, äußeren Kontakt mit Androgenen wie Testosteron sowie Reizungen oder Zysten. Aus dem Aussehen allein kannst du die Ursache nicht ablesen. Lass neu bemerkbares Wachstum, Schmerzen, Blutungen oder wunde Stellen ärztlich abklären.
Was hilft für das Gespräch?
- Verlauf: Ist dir die Form schon lange vertraut, oder hat sie sich kürzlich verändert?
- Beschwerden: Geht es um das Aussehen, um Reibung an Kleidung oder um Schmerzen?
- Deine Frage: Möchtest du eine Veränderung abklären oder zunächst verstehen, was ein Begriff in einem Befund bedeutet?
Du kannst zum Beispiel sagen: „Ich habe eine Veränderung bemerkt und möchte wissen, was untersucht werden sollte.“ Wenn dich vor allem ein Bildvergleich verunsichert hat, darfst du auch das sagen. Du musst weder eine Ursache nennen noch vorab entscheiden, ob überhaupt eine Behandlung nötig ist.
Wie behältst du bei der Untersuchung die Kontrolle?
Eine gynäkologische Untersuchung soll erklärt werden und mit deinem Einverständnis stattfinden. Du kannst Fragen stellen, einzelne Schritte ablehnen oder um eine Pause bitten. Ein möglicher Satz ist: „Bitte erklären Sie mir zuerst, was Sie untersuchen möchten.“
Eine Behandlung hängt von Ursache, Beschwerden und deinen Wünschen ab. Der Begriff im Befund ist kein automatischer Auftrag zu einer Operation. Eingriffe an der Klitoris können unter anderem das Empfinden verändern. Wenn eine Behandlung besprochen wird, frage daher nach ihrem konkreten Ziel, möglichen Risiken und Alternativen. Du darfst dir die Erklärung in Ruhe geben lassen, statt allein auf eine ungewohnte Bezeichnung zu reagieren.