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Intimität mit Behinderung: Deine Wünsche geben die Richtung vor

Intimität mit Behinderung beginnt bei deinen eigenen Wünschen. Eine Diagnose sagt anderen nicht, welche Nähe du möchtest, wie du kommunizierst oder wobei du Unterstützung brauchst. Selbstbestimmung bedeutet dabei nicht, alles allein tun zu müssen. Unterstützung soll dir helfen, deine Entscheidungen umzusetzen.

Eine konkrete Bitte statt einer Vermutung

Vielleicht möchtest du Hilfe, um eine bequeme Position einzunehmen, aber keine Kommentare zu deinem Körper. Vielleicht brauchst du mehr Zeit zum Antworten oder möchtest eine Frage lieber schriftlich besprechen. Sag möglichst genau, was du möchtest: „Hilf mir bitte beim Umsetzen. Danach möchte ich mit meinem Partner allein sein.“

Für die andere Person gilt: Frag, bevor du etwas übernimmst. „Soll ich dich unterstützen?“ lässt mehr Raum als „Das geht für dich bestimmt nicht“. Eine vertraute Begleitperson kann hilfreich sein, sollte deine eigene Antwort aber nicht ersetzen.

Kommunikation, die zu dir passt

Sprechen ist nicht die einzige Möglichkeit, Wünsche auszudrücken. Ihr könnt die Kommunikationsmittel nutzen, die dir vertraut sind, etwa Schreiben oder vereinbarte Zeichen. Klärt auch, wie du eine Pause oder ein Ende mitteilst. Wenn eine Antwort unklar ist, wird nicht einfach weitergemacht.

Du könntest vorab vereinbaren: „Wenn ich dieses Zeichen gebe, möchte ich sofort eine Pause.“ Das ist eine gemeinsame Absprache, kein Test, den du bestehen musst. Zustimmung zu einer Berührung ist keine Zustimmung zu allem Weiteren.

Zugängliche Informationen finden

Für Fragen zu Körper, Sexualität und Verhütung gibt es Informationen in unterschiedlichen Formaten. Pro familia verweist auf Angebote in Leichter Sprache, darunter Texte, Audio und Videos. LIEBESLEBEN bietet unter anderem Informationen in Deutscher Gebärdensprache und mit Screenreadern zugängliche Inhalte.

Frag bei einer Beratungsstelle konkret nach dem, was du brauchst: etwa einem zugänglichen Raum, zusätzlicher Gesprächszeit oder einer bestimmten Kommunikationsform. Dass ein Angebot „barrierefrei“ heißt, beantwortet nicht automatisch jede dieser Fragen.

Unterstützung für deine Frage

Bei pro familia, einer Behindertenorganisation oder einer Selbsthilfegruppe kannst du nach einer passenden Sexualberatung fragen. Es darf um Privatsphäre, Nähe, Partnerschaft oder praktische Hindernisse gehen. Gesundheitliche Beschwerden kannst du außerdem in einer Arztpraxis ansprechen. Dein Anliegen verdient eine eigene Antwort, statt pauschal mit deiner Behinderung erklärt zu werden.