Welche Geschlechtskrankheiten gibt es? STI im Überblick
Zu den sexuell übertragbaren Infektionen gehören unter anderem Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis, Trichomoniasis, Genitalherpes, HPV, HIV und Hepatitis B. Sie unterscheiden sich beim Erreger, beim Verlauf und bei der Behandlung. „Geschlechtskrankheiten“ ist der gebräuchliche Alltagsbegriff; medizinisch wird häufig die Abkürzung STI verwendet.
Wofür steht STI?
STI kommt von sexually transmitted infections, auf Deutsch sexuell übertragbare Infektionen. Der Begriff ist auch dann passend, wenn jemand keine Beschwerden hat. Eine unbemerkte Infektion ist trotzdem eine Infektion und kann je nach Erreger weitergegeben werden.
Wichtige Beispiele im Überblick
| Infektion | Erreger | Hilfreiche Einordnung |
|---|---|---|
| Chlamydien | Bakterien | Mit passenden Antibiotika behandelbar; eine Infektion kann ohne Beschwerden bestehen. |
| Gonorrhö | Bakterien | Auch Tripper genannt. Resistenzen können die Auswahl wirksamer Antibiotika erschweren. |
| Syphilis | Bakterien | Behandelbare Infektion; keine Sammelbezeichnung für andere STI. |
| Trichomoniasis | Parasiten | Gehört ebenfalls zu den medikamentös heilbaren STI. |
| Genitalherpes | Herpesviren | Medikamente können den Verlauf beeinflussen, entfernen das Virus aber nicht vollständig. |
| HPV | Humane Papillomviren | Eine Impfung schützt vor wichtigen HPV Typen, nicht vor sämtlichen STI. |
| HIV | Menschliches Immunschwächevirus | Wirksame Therapie kann die Entstehung von Aids verhindern. |
| Hepatitis B | Virus | Kann die Leber schädigen. Es gibt eine vorbeugende Impfung. |
Die Tabelle ist eine Auswahl, keine vollständige Liste und kein Test zur Selbstdiagnose. Sie erklärt vor allem, warum ein einziges Medikament oder eine einzige Schutzmaßnahme nicht automatisch für alle Infektionen passt.
HIV und Aids sind nicht dasselbe
HIV bezeichnet das Virus und im Alltag häufig die Infektion damit. Aids ist ein Krankheitsbild, bei dem das Immunsystem durch HIV stark geschwächt ist und bestimmte schwere Erkrankungen auftreten. Eine Diagnose mit HIV bedeutet daher nicht automatisch Aids. Eine wirksame Behandlung kann die Entwicklung verhindern.
Kann ich eine STI an Beschwerden erkennen?
Ausfluss, Schmerzen oder Hautveränderungen können ein Anlass zur Untersuchung sein. Sie sagen aber nicht sicher, welcher Erreger dahintersteckt. Ebenso wenig schließt ein beschwerdefreier Körper eine STI aus. Diese beiden Aussagen gehören zusammen: weder aus einem einzelnen Symptom eine Diagnose ableiten noch ohne Symptome automatisch Entwarnung geben.
Was bedeutet „auf STI getestet“ konkret?
Frag nach, welche Infektionen der Test erfasst, welche Probe genommen wird und ob der Zeitpunkt nach einem Kontakt passt. Zum Beispiel: „War das ein Test auf HIV oder wurden auch Chlamydien untersucht?“ Ein unspezifisches „Alles negativ“ ist ohne diese Angaben schwer einzuordnen.
In Deutschland kommen passende Arztpraxen, Gesundheitsämter und Teststellen der Aidshilfe als Anlaufstellen infrage. Welche Untersuchungen angeboten werden und ob ein anonymer Test möglich ist, hängt von der Stelle ab. Bei Beschwerden oder einer diagnostizierten Infektion bei einer Sexualpartnerperson solltest du dich beraten und untersuchen lassen.
Für dein Gespräch reicht ein konkreter Anfang: „Ich möchte wissen, welche Tests nach diesem Kontakt sinnvoll sind.“ Eine Fachbezeichnung für jeden Erreger musst du dafür nicht kennen.