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Was sind Pheromone? Forschung und Duftversprechen verstehen

Pheromone sind chemische Signale zwischen Lebewesen derselben Art. Sie können bestimmte Reaktionen auslösen. Das bedeutet aber nicht, dass jeder angenehme Körpergeruch ein Pheromon ist oder ein als Pheromonparfüm verkauftes Produkt andere Menschen zuverlässig anzieht.

Ein Duft ist nicht automatisch ein Pheromon

Die Biologie unterscheidet zwischen einem Signal, auf das Mitglieder einer Art reagieren, und einem individuellen Geruch, an dem sich ein Lebewesen wiedererkennen lässt. Beides ist chemische Information, aber nicht dasselbe.

Bei Tieren sind Pheromone gut belegt. Ein Beispiel sind weibliche Seidenspinner, deren chemische Signale Männchen anlocken. Der Nachweis bei dieser Art lässt sich jedoch nicht einfach auf Menschen übertragen.

Was zeigen Studien beim Menschen?

Ein häufig untersuchter Kandidat heißt Androstadienon. Eine wissenschaftliche Übersicht von Gan und Kollegen, erschienen im Fachjournal Physiology & Behavior, bewertet seine Einordnung als menschliches Sexualpheromon weiterhin als nicht eindeutig belegt. Studien berichten unterschiedliche Ergebnisse; auch Versuchsbedingungen und verwendete Konzentrationen unterscheiden sich.

Ein konkretes Beispiel liefert eine Untersuchung von Hare und Kollegen: In einem Versuch bewerteten 94 Personen Gesichter hinsichtlich Attraktivität und vermuteter Untreue. Unter Androstadienon oder Estratetraenol fielen die Bewertungen nicht anders aus als unter dem Vergleichsduft. Das belegt keine allgemeine Wirkungslosigkeit aller Gerüche. Es zeigt, warum aus einzelnen Stoffnamen noch kein zuverlässiges Versprechen für Anziehung folgt.

Was müsste ein überzeugender Nachweis zeigen?

Forschende müssten den wirksamen Stoff oder die Mischung identifizieren und zeigen, dass die betreffende Reaktion auch bei natürlich vorkommenden Konzentrationen auftritt. Ein Effekt unter bestimmten Laborbedingungen beantwortet noch nicht, was ein fertiges Parfüm im Alltag bewirkt.

Pheromonparfüm: Worauf du beim Kauf achten kannst

Trenne deine eigene Duftvorliebe vom beworbenen Effekt. „Mir gefällt dieser Duft“ ist eine andere Aussage als „Er macht mich für andere unwiderstehlich“. Für die zweite Behauptung reicht weder eine schöne Verpackung noch ein Erfahrungsbericht.

  • Bezieht sich die angeführte Untersuchung auf genau das Produkt oder nur auf einen einzelnen Stoff?
  • Wurde tatsächlich Anziehung untersucht oder zum Beispiel nur eine Einschätzung von Bildern?
  • Gibt es einen Vergleich und nachvollziehbare Ergebnisse, oder bleibt es bei allgemeinen Versprechen?

Du kannst einen Duft mögen, ohne ihm eine gezielte Wirkung auf die Wünsche anderer Menschen zuzuschreiben. Entscheide nach dem, was das Produkt nachvollziehbar bietet, statt nach dem Versprechen, eine Begegnung kontrollieren zu können.