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Vabbing: Bedeutung, Versprechen und die Frage nach Belegen

Vabbing bedeutet, Vaginalsekret wie einen Duft auf die Haut zu tupfen. Bekannt wurde der Begriff durch Beiträge in sozialen Medien. Dahinter steht das Versprechen, der eigene Körperduft könne andere Menschen besonders stark anziehen. Ein überzeugender Beleg für diese spezielle Anwendung ergibt sich daraus nicht.

Was wurde tatsächlich untersucht?

Eine 2023 veröffentlichte Übersichtsarbeit suchte in acht wissenschaftlichen Datenbanken nach Forschung zu Vabbing. Zum Suchzeitpunkt am 29. Dezember 2022 fand das Team keine Studie, die seine Einschlusskriterien erfüllte. Berücksichtigt werden sollten englischsprachige Arbeiten mit eigenen Daten und zugänglichem Volltext.

Das Ergebnis belegt keinen Anziehungseffekt. Es beweist aber auch nicht, dass jede mögliche Wirkung ausgeschlossen ist. Vor allem darf die damalige Suche nicht als vollständiger Überblick über alle später erschienenen Untersuchungen ausgegeben werden.

Warum der Verweis auf Pheromone nicht genügt

Pheromone sind chemische Signale zwischen Angehörigen derselben Art. Dass solche Signale bei Tieren nachgewiesen sind, bedeutet nicht automatisch, dass Vaginalsekret als Parfum beim Menschen dieselbe Funktion erfüllt. Auch menschlicher Körpergeruch und ein eindeutig identifizierter sexueller Lockstoff sind nicht dasselbe.

Hier liegt der entscheidende Sprung in vielen Werbeversprechen: Aus „Geruch kann eine Rolle spielen“ wird „Dieses Auftragen macht dich unwiderstehlich“. Die zweite Aussage braucht einen eigenen Nachweis. Persönliche Begeisterung für den Duft eines Menschen kann diese Behauptung nicht ersetzen.

Was ein erfolgreicher Abend nicht verrät

Stell dir vor, jemand probiert Vabbing aus, geht auf eine Party und wird angesprochen. Vielleicht wäre das Gespräch auch ohne den Versuch entstanden. Vielleicht hat die Person selbst häufiger Blickkontakt gesucht. Ohne Vergleich lässt sich nicht erkennen, welcher Faktor den Unterschied gemacht hat.

Solche Geschichten müssen nicht absichtlich erfunden sein, um als Beleg ungeeignet zu sein. Ein persönliches Erlebnis und eine zuverlässige Wirkung für andere Menschen sind zwei verschiedene Aussagen.

Dein Intimbereich braucht keinen Dufttrend

Vaginaler Ausfluss ist normal und hält die Scheide feucht. Menge und Konsistenz können sich im Zyklus verändern. Du musst den natürlichen Geruch weder als Lockmittel einsetzen noch mit Intimdeodorants überdecken. Verzichte auf Spülungen im Inneren der Scheide und parfümierte Intimprodukte.

Veränderter Ausfluss zusammen mit unangenehmem Geruch, Juckreiz, Schmerzen oder Blutungen gehört medizinisch abgeklärt. Daraus lässt sich weder ein besonders wirksamer Duft noch allein anhand des Aussehens eine bestimmte Infektion ableiten.