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Unterleibsschmerzen nach dem Sex: Ursachen und wann Hilfe nötig ist

Unterleibsschmerzen während oder nach dem Sex solltest du nicht einfach aushalten. Sie können unterschiedliche Ursachen haben. Wenn sie wiederkehren oder nicht verschwinden, vereinbare eine ärztliche Abklärung. Plötzlich sehr starke oder zunehmende Schmerzen, Ohnmacht oder starke Blutungen brauchen sofort medizinische Hilfe.

Welche Ursachen kommen infrage?

Im Unterleib liegen mehrere Organe dicht beieinander. Beschwerden können deshalb etwa mit Blase, Darm oder Fortpflanzungsorganen zusammenhängen. Eine Harnwegsinfektion, Verstopfung, eine Eierstockzyste oder Endometriose sind mögliche Beispiele. Dass du den Schmerz nach dem Sex bemerkst, verrät noch nicht, welches Organ beteiligt ist.

Bei Endometriose können neben ausgeprägten Regelbeschwerden auch Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr auftreten. Erwähne deshalb, wenn du ein wiederkehrendes Muster im Zyklus bemerkst. Das allein beweist keine Endometriose, ist aber eine wichtige Information.

Eine Blasenentzündung kann dagegen mit Brennen beim Wasserlassen und häufigem Harndrang einhergehen; ihre Schmerzen können in den Unterleib ausstrahlen. Solche Begleitbeschwerden sind hilfreicher als die Frage, ob ein Ziehen eher „normal“ oder „unnormal“ klingt.

Wann du nicht auf einen Termin warten solltest

  • Sofort Hilfe: sehr starke oder zunehmende Schmerzen, Ohnmacht, ausgeprägte Kreislaufprobleme, Atemnot oder starke vaginale Blutung. Bei einem akuten Notfall rufst du 112.
  • Dringend abklären: Unterleibsschmerzen zusammen mit Fieber, ungewöhnlichem Ausfluss, Blutungen, Beschwerden beim Wasserlassen oder möglicher Schwangerschaft.
  • Termin vereinbaren: Schmerzen, die immer wieder auftreten oder anhalten, auch wenn sie zwischenzeitlich schwächer werden.

Außerhalb der Sprechzeiten hilft in Deutschland die 116117 bei dringenden Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind und nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten können.

So kannst du den Schmerz beschreiben

Du brauchst keinen Fachbegriff. Notiere, ob die Beschwerden schon beim Eindringen, bei tieferer Bewegung oder erst später beginnen. Wo sitzt der Schmerz, wie lange hält er an und was kommt dazu? Auch Schmerzen beim Stuhlgang, beim Wasserlassen oder unabhängig von Sex sind erwähnenswert.

Ein konkreter Einstieg wäre: „Seit zwei Wochen habe ich nach dem Sex einseitige Schmerzen. Sie dauern ungefähr eine Stunde. Beim Wasserlassen brennt es nicht.“ So kann die Praxis gezielter nachfragen. Sag auch, wenn eine Schwangerschaft möglich ist.

Bis zur Abklärung

Du darfst jede schmerzhafte Berührung beenden. Sag deinem Gegenüber, welche Bewegungen Beschwerden auslösen, und verzichte darauf, sie wiederholt auszuprobieren, um etwas zu beweisen. Nähe muss kein Eindringen beinhalten. Welche Untersuchung oder Behandlung sinnvoll ist, richtet sich nach der Ursache; ein bestimmtes Gleitgel oder eine andere Stellung löst nicht jede Form von Unterleibsschmerzen.