Speed Dating: Ablauf, Erwartungen und Datenschutz vor der Anmeldung
Speed Dating bezeichnet ein Kennenlernformat mit mehreren kurzen Gesprächen. Wie viele Begegnungen es gibt, wie lange sie dauern und wie ein möglicher weiterer Kontakt vermittelt wird, hängt vom jeweiligen Angebot ab. Vor der Anmeldung kannst du deshalb nicht nur überlegen, ob du Menschen gern in kurzen Gesprächen kennenlernst, sondern auch prüfen, ob der konkrete Ablauf für dich verständlich und passend wirkt.
So kann ein Abend ablaufen
- Ankommen: Das Team erklärt den Ablauf und wie du deine Gesprächspartner zuordnest.
- Kurze Gesprächsrunden: Du sprichst nacheinander mit verschiedenen Personen. Ein festgelegter Wechsel beendet die jeweilige Runde.
- Eine Auswahl treffen: Du gibst an, wen du gern wiedersehen möchtest. Wie und bis wann das geschieht, hängt vom Angebot ab.
- Bei gegenseitigem Interesse: Der Veranstalter vermittelt den weiteren Kontakt nach seinem Verfahren.
Ein konkretes Beispiel: SpeedDating.de beschreibt sieben Minuten pro Runde und eine anschließende Auswahl im Benutzerkonto. Das ist das Verfahren dieses Anbieters, keine feste Regel für alle Veranstaltungen. Ablaufbeispiel und Auswertung.
Ein kurzes Gespräch muss noch nicht klären, ob jemand als Partner zu dir passt. Die kleinere Frage lautet: Würde ich gern noch einmal mit dieser Person sprechen?
Überlege, welcher Rahmen dir liegt
Vorstellungen von einem gelungenen Abend sind verschieden. Vielleicht möchtest du erst einmal herausfinden, wie sich kurze Begegnungen für dich anfühlen. Vielleicht möchtest du vor allem wissen, ob Gruppengröße, Dauer und Veranstaltungsort zu deinem Alltag passen. Das sind persönliche Kriterien, keine festen Regeln dafür, welches Format „richtig“ ist.
- Du willst es erst ausprobieren: Ein klar beschriebener Ablauf kann dir die Entscheidung erleichtern. Als Ziel genügt, Eindrücke zu sammeln, statt ein bestimmtes Ergebnis zu erwarten.
- Viele Gespräche könnten anstrengend sein: Schau nach Angaben zur Dauer und zur Zahl der Runden. Wenn du dazu nichts findest, frag nach, ob Pausen vorgesehen sind und ob du früher gehen kannst.
- Du möchtest den Abend selbstständig gestalten: Prüfe, ob Veranstaltungsort und Anreise für dich passen. Du kannst deine Anreise und Heimfahrt selbst planen und einer vertrauten Person Bescheid geben, wenn dir das ein gutes Gefühl gibt.
- Du möchtest zunächst wenig Persönliches teilen: Überlege, welche Themen für ein erstes Gespräch angenehm sind. Vor der Anmeldung kannst du außerdem klären, welche Angaben andere Teilnehmende sehen.
Keine dieser Überlegungen muss für alle gelten. Ein größeres Treffen ist nicht automatisch besser, und ein kleineres Format ist nicht für jeden entspannter. Entscheidend ist, was du selbst bevorzugst und was der Veranstalter tatsächlich anbietet.
Fragen, die du vorher stellen kannst
Wenn eine Veranstaltungsseite wichtige Einzelheiten offenlässt, darfst du um eine klare Erklärung bitten. Zum Beispiel:
- Wie lange dauert der Abend ungefähr, und wie viele Gesprächsrunden sind geplant?
- Wie werden die Teilnehmenden zugeordnet, und woran erkenne ich, wann ein Gespräch endet?
- Wie funktioniert es, wenn beide Seiten an einem weiteren Kontakt interessiert sind?
- Welche Angaben sind für die Anmeldung erforderlich, und welche davon sehen andere Teilnehmende?
- Sind Fotos vorgesehen? Wenn ja, wann werden sie gemacht und wie sollen sie verwendet werden?
- An wen kannst du dich wenden, wenn du deine Angaben ändern lassen oder Fragen zum Umgang damit stellen möchtest?
- Was ist vorgesehen, wenn du absagen oder den Abend früher verlassen möchtest?
Die Antworten unterscheiden sich je nach Angebot. Wenn dir eine Antwort zu vage ist oder du dich mit dem Umgang deiner Angaben nicht wohlfühlst, kannst du nachfragen oder dich gegen eine Anmeldung entscheiden.
Gespräche anfangen, ohne sie wie ein Interview zu führen
Eine offene Frage kann einen Einstieg bieten, ohne dass du ein besonders originelles Thema finden musst. Zum Beispiel: „Wie verbringst du gern einen freien Abend?“ oder „Auf was freust du dich in nächster Zeit?“ Greif etwas aus der Antwort auf und erzähl bei Gelegenheit auch selbst ein wenig. So musst du nicht Frage für Frage abhaken.
Ein Beispiel: Dein Gegenüber erzählt von Ausflügen am Wochenende. Du könntest nachfragen, was daran gefällt, und anschließend von einem Ausflug berichten, den du selbst gern machst. Das ist ein Gesprächsangebot, keine Verpflichtung, sofort Gemeinsamkeiten zu finden.
Auch bei persönlichen Fragen darfst du entscheiden, wie viel du erzählen möchtest. Wenn du ein Thema offenlassen willst, passen zum Beispiel diese Antworten:
- „Das ist mir für ein erstes Gespräch noch zu persönlich.“
- „Darüber erzähle ich lieber später, wenn wir uns besser kennen.“
- „Lass uns gern über etwas anderes sprechen.“
Du musst deine Grenze nicht ausführlich begründen. Und wenn du eine Frage lieber nicht beantwortest, brauchst du nicht sofort ein Ersatzthema zu liefern.
Wenn ein Gespräch nicht gut läuft
Ein stiller Moment muss nicht gerettet werden. Du kannst eine einfache Frage stellen, etwa: „Was war diese Woche ein schöner Moment für dich?“ Oder du wartest auf den vorgesehenen Wechsel und beendest das Gespräch freundlich. Nicht jede Begegnung muss in Schwung kommen.
Wenn du dich bedrängt fühlst oder nicht weitersprechen möchtest, kannst du klar sagen: „Ich möchte das Gespräch hier beenden.“ Wenn du Unterstützung brauchst, wende dich an das Veranstaltungsteam oder geh an einen Ort, an dem du dich wohler fühlst. Du musst nicht aus Höflichkeit bleiben oder Kontaktdaten austauschen.
Nach dem Abend: eine Auswahl und ein nächster Schritt
Notiere direkt nach einer Runde ein neutrales Stichwort, etwa „spricht gern über Fotografie“ oder „möchte einen Kochkurs machen“. So kannst du die Gespräche später auseinanderhalten. Beurteile nicht nur, wer besonders schlagfertig war, sondern mit wem du gern weiterreden würdest.
Beachte die Frist für die Auswahl bei deinem Veranstalter. Kommt ein Kontakt zustande, kannst du daran anknüpfen: „Ich fand unser Gespräch über Fotografie schön. Hast du Lust, nächste Woche einen Kaffee zu trinken?“ Du musst weder sofort ein Treffen festlegen noch jeden Kontaktwunsch erwidern.
Wenn sich kein weiteres Gespräch ergibt, ist damit nichts über deinen Wert oder deine Chancen bei anderen Treffen gesagt. Du kannst das Format noch einmal ausprobieren oder eine andere Art des Kennenlernens wählen.