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Sexsomnie: sexuelle Handlungen im Schlaf verstehen

Bei Sexsomnie führt eine Person sexuelle Handlungen aus, während sie nicht vollständig wach ist. Dazu können Masturbation oder das Berühren einer anderen Person gehören. Oft fehlt hinterher die Erinnerung. Das gehört zu den Parasomnien, also ungewöhnlichen Vorgängen im Schlaf, und sollte schlafmedizinisch abgeklärt werden.

Wie kann das aussehen?

Jemand kann während einer Episode die Augen geöffnet haben und wach wirken, ohne sich bewusst zu verhalten. Häufig erzählt erst die Person daneben am nächsten Morgen davon. Die Erklärung von Cleveland Clinic zu Sexsomnie beschreibt diese Diskrepanz zwischen äußerem Eindruck und Bewusstsein.

Eine fehlende Erinnerung allein erklärt aber noch nicht, was passiert ist. Für einen Termin sind konkrete Beobachtungen hilfreicher als ein vorschnelles Etikett. Zum Beispiel: „Du hast mich nachts berührt und kaum auf meine Ansprache reagiert. Am Morgen konntest du dich nicht erinnern.“ Beschreibe dabei nur, was du selbst beobachtet hast.

Sicherheit und Grenzen zuerst

Niemand muss unerwünschte Berührungen hinnehmen. Bis zur Abklärung können getrennte Schlafräume helfen, andere zu schützen. Besprecht das tagsüber in einem ruhigen Moment, nicht erst mitten in einer Episode.

Eine klare Vereinbarung könnte lauten: „Ich möchte vorerst allein schlafen. Wir kümmern uns um einen Termin und besprechen danach, wie es weitergeht.“ Du musst eine solche Grenze nicht mit Sex oder anderer körperlicher Nähe ausgleichen. Wer eine Berührung als belastend erlebt hat, darf sich unabhängig davon Unterstützung holen.

Was wird untersucht?

Die Hausarztpraxis kann eine Untersuchung in der Schlafmedizin anstoßen. Dort wird besprochen, was nachts geschieht und ob weitere Schlafprobleme bestehen. Wenn die Vorgeschichte keine klare Einordnung erlaubt, kann eine Schlafuntersuchung mit Videoaufzeichnung sinnvoll sein. Diesen Ablauf beschreibt der DGSM Ratgeber zu Parasomnien.

Notiere bis zum Termin ungefähr, wann eine Episode auftrat, was beobachtet wurde und wie die Nacht davor verlief. Wenn eine andere Person ihre Beobachtungen teilen möchte, kann sie eigene Notizen mitbringen. Es ist nicht nötig, gemeinsam eine fertige Erklärung zu finden.

Was kannst du im Alltag verändern?

Schlafmangel, Stress und Alkohol können Episoden begünstigen. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und ausreichend Schlaf sind deshalb sinnvoll. Auch andere Schlafstörungen können eine Rolle spielen; die Behandlung richtet sich nach der Untersuchung. Setze Medikamente nicht eigenständig ab und versuche nicht, das Problem mit Schlafmitteln auf eigene Faust zu lösen.