Metrosexualität: Bedeutung und Unterschied zur sexuellen Orientierung
Metrosexuell beschreibt einen Mann, der viel Wert auf Kleidung, Aussehen und Pflege legt. Gemeint ist ein Stil oder Lebensstil, keine eigenständige sexuelle Orientierung. Ein passendes Hemd, ein sorgfältig gewählter Duft oder Interesse an Hautpflege verraten dir nicht, zu wem sich jemand hingezogen fühlt.
Was steckt hinter dem Begriff?
Die herkömmliche Bedeutung verbindet das Wort mit einem heterosexuellen Mann und Interessen, die als eher feminin angesehen wurden. Darin stecken Vorstellungen darüber, was angeblich typisch männlich oder weiblich ist. Du musst diese Vorstellungen nicht übernehmen, um das Wort zu verstehen.
Vor allem ist das Label kein Mittel, die Orientierung einer anderen Person festzustellen. Auch wenn die traditionelle Definition Heterosexualität erwähnt, macht eine bestimmte Frisur oder Pflegeroutine niemanden erkennbar heterosexuell. Beschreibung und Vermutung sind zwei verschiedene Dinge.
Stil ist nicht dasselbe wie Orientierung oder Identität
| Begriff | Welche Frage beantwortet er? |
|---|---|
| Stil | Wie kleidet und präsentiert sich jemand? |
| Sexuelle Orientierung | Zu wem fühlt sich jemand hingezogen? |
| Geschlechtsidentität | Wie erlebt jemand das eigene Geschlecht? |
Wenn du nur die Kleidung einer Person kennst, kennst du damit nicht automatisch die Antworten auf die anderen beiden Fragen.
So wird aus einem Etikett ein konkretes Gespräch
Vielleicht sagt ein Freund: „Ich bin ziemlich metrosexuell, für einen guten Mantel nehme ich mir Zeit.“ Du kannst an diesem Interesse anknüpfen: „Woran erkennst du einen Schnitt, der dir gefällt?“ Das bringt euch weiter als Vermutungen darüber, was sein Stil noch bedeuten könnte.
Auch ein Kompliment braucht das Wort nicht. „Die Farben passen toll zusammen“ oder „Der neue Haarschnitt steht dir“ benennt genau das, was dir gefällt. Du beschreibst die Person damit nicht gleich als einen bestimmten Typ Mann.
Passt das Wort zu dir?
Das darfst du selbst entscheiden. Wenn du gern Outfits planst oder dich für Kosmetik interessierst, brauchst du dafür keine neue Selbstbezeichnung. Du kannst einfach sagen, dass du Spaß an Mode oder Pflege hast.
Verwendet jemand den Begriff anders, hilft eine kurze Nachfrage: „Was meinst du damit?“ Und wenn eine Person das Label für sich ablehnt, kannst du es weglassen. Ein Gespräch über persönlichen Geschmack funktioniert auch ohne ein Etikett.