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Lubrikation: Warum die Vagina feucht wird

Lubrikation ist die natürliche Befeuchtung, die bei sexueller Erregung im Genitalbereich entstehen kann. Bei einer Vagina wird dabei unter anderem Flüssigkeit über die Scheidenwände abgegeben. Sie macht Berührungen gleitfähiger. Wie feucht du wirst, ist aber kein zuverlässiger Maßstab dafür, wie viel Lust du empfindest oder ob du eine bestimmte Berührung möchtest.

Was im Körper passiert

Bei Erregung verändert sich die Durchblutung im Genitalbereich. Klitoris und Schamlippen können anschwellen; an den Scheidenwänden entsteht zusätzliche Feuchtigkeit. Der Körper braucht dafür nicht immer gleich viel Zeit. Ein bestimmter Grad an Nässe ist deshalb kein Ziel, das du erreichen musst.

Auch ohne sexuelle Erregung ist die Scheide nicht völlig trocken. Normaler Ausfluss hält sie feucht. Darin kann sich Zervixschleim aus dem Gebärmutterhals befinden, der sich im Zyklus verändert. Wenn du Feuchtigkeit bemerkst, lässt sich nicht allein daran erkennen, welcher Anteil woher stammt.

Feuchtigkeit ist kein Einverständnis

Eine körperliche Reaktion und eine Entscheidung sind nicht dasselbe. Du kannst feucht werden und trotzdem keinen Sex wollen. Ebenso ist wenig Feuchtigkeit kein Grund, deine Lust oder die Anziehung zu deinem Gegenüber infrage zu stellen.

Hilfreicher als ein Kommentar wie „Du bist doch schon feucht“ ist eine einfache Frage: „Fühlt sich das gut an?“ Ein Nein, Unbehagen oder der Wunsch nach einer Pause gilt unabhängig davon, wie der Körper reagiert. Auch während einer schönen Situation darfst du etwas ändern oder aufhören.

Wenn es sich trocken oder reibend anfühlt

Unterbrich eine Berührung, die unangenehm wird, und nimm den Druck heraus, weitermachen zu müssen. Du kannst mehr Zeit lassen, eine andere Art von Nähe wählen oder wasserbasiertes Gleitmittel verwenden. Gleitmittel ist eine praktische Ergänzung und kein Beweis dafür, dass mit dir etwas nicht stimmt.

Trockenheit kann außerdem mit hormonellen Veränderungen, etwa in der Stillzeit oder den Wechseljahren, sowie bestimmten Medikamenten zusammenhängen. Parfümierte Intimprodukte können ebenfalls reizen. Setze verordnete Medikamente deshalb nicht selbst ab; sprich eine mögliche Nebenwirkung in der Praxis an.

Wann du genauer hinschauen solltest

Wenn Trockenheit deinen Alltag beeinträchtigt, länger anhält oder Sex wiederholt schmerzt, lass sie gynäkologisch abklären. Das gilt auch bei ungewöhnlichem Ausfluss oder Blutungen nach dem Sex, zwischen den Perioden oder nach der Menopause. Mehr Gleitmittel allein erklärt solche Beschwerden nicht. Für anhaltende Trockenheit gibt es je nach Ursache unterschiedliche Hilfen.