Kink und kinky: Was bedeuten die Wörter?
Kink bezeichnet sexuelle oder erotische Interessen außerhalb üblicher Erwartungen. Kinky ist das dazugehörige beschreibende Wort. Gemeint sein können beispielsweise ein Interesse an Rollen oder bestimmten Materialien. Eine feste Liste, die das Erleben jeder Person abdeckt, steckt nicht dahinter. Auch die Forschung verwendet mehrere Definitionen, wie die Einleitung einer Studie von Liam Wignall zeigt.
Was bedeutet das im Gespräch?
„Ich bin kinky“ ist ungefähr so offen wie die Aussage, dass jemand gern reist: Du weißt noch nicht, welches Ziel gemeint ist. Bei einem intimen Thema kommt hinzu, dass die andere Person selbst entscheiden darf, wie viel sie erzählen möchte.
Eine passende Rückfrage könnte lauten: „Meinst du damit eine bestimmte Vorliebe oder eher ein Wort, das sich für dich stimmig anfühlt?“ Wenn es gerade nur um die Wortbedeutung geht, brauchst du keine persönlichen Details zu erfragen.
Kink, BDSM und Orientierung
| Begriff | Worum geht es? |
|---|---|
| Kink | Ein breites Spektrum erotischer Interessen. |
| BDSM | Bestimmte Bereiche wie Bondage, vereinbarte Machtrollen oder Sadomasochismus. |
| Sexuelle Orientierung | Zu wem sich jemand hingezogen fühlt. |
Ein Interesse an einem Material sagt also nicht automatisch, welches Geschlecht jemand attraktiv findet. Ebenso muss ein Gespräch über Kink nicht gleich eine bestimmte BDSM Rolle zum Inhalt haben. Die Erklärung von LIEBESLEBEN zur Orientierung hilft, die Frage nach Anziehung von der Frage nach Vorlieben zu trennen.
Eine Fantasie ist noch kein gemeinsamer Plan
Du könntest sagen: „Die Vorstellung interessiert mich, aber ich weiß nicht, ob ich sie umsetzen möchte.“ Damit teilst du einen Gedanken. Dein Gegenüber kann zuhören, ohne daraus einen nächsten Schritt machen zu müssen.
Auch ein klares Nein passt in dieses Gespräch: „Ich mag es, dass wir offen reden. Diesen Wunsch teile ich aber nicht.“ Du brauchst das Interesse weder abzuwerten noch selbst zu übernehmen. Umgekehrt ist „Du bist doch offen für Neues“ kein gutes Argument, um eine Absage wegzudiskutieren.
Welche Wörter passen zu dir?
Vielleicht findest du kinky passend, vielleicht beschreibst du lieber einfach dein Interesse. Du musst dich nicht erst einer Gruppe zuordnen, um eine Frage zu stellen. Ein konkreter Satz wie „Darüber möchte ich lesen, darüber möchte ich sprechen und das möchte ich nicht“ kann verständlicher sein als ein großes Etikett.
Wichtig ist, dass ein Wort nicht für dich entscheiden muss. Es kann dir helfen, etwas auszudrücken; was du tatsächlich möchtest, bleibt eine eigene Frage.