Hormonstäbchen: Wirkung, Blutungen und Beratung
Ein Hormonstäbchen ist ein kleines Verhütungsimplantat unter der Haut des Oberarms. Es gibt ein Gestagen ab und hemmt damit den Eisprung. Du musst nicht täglich an eine Einnahme denken. Dafür werden Einsetzen und Entfernen in einer entsprechend geschulten ärztlichen Praxis vorgenommen.
Wie lange bleibt es im Arm?
Für das hier beschriebene Hormonstäbchen ist in Deutschland eine Anwendung bis zu drei Jahren vorgesehen. Maßgeblich sind das konkret eingesetzte Präparat und der mit deiner Praxis festgelegte Wechseltermin. Bewahre die Patientenkarte mit Einlagedatum auf und notiere den geplanten Termin für Entfernung oder Wechsel.
Du kannst es auch vorher entfernen lassen, etwa bei belastenden Beschwerden oder Kinderwunsch. Danach ist eine Schwangerschaft rasch wieder möglich. Wenn du nicht schwanger werden möchtest, sollte der Übergang zu einer anderen Verhütung deshalb vor der Entfernung geklärt sein.
Einsetzen und Entfernen
Beim Einsetzen wird die Stelle am Oberarm örtlich betäubt. Die Ärztin oder der Arzt legt das Stäbchen mit einem speziellen Instrument direkt unter die Haut und versorgt die kleine Wunde. Zur Entfernung wird ebenfalls örtlich betäubt und ein kleiner Hautschnitt vorgenommen.
Lass dir zeigen, wie du das Implantat ertastest, und beachte die vereinbarte Nachsorge. Wenn du es nicht mehr vollständig fühlen kannst, kontaktiere die Praxis unverzüglich. Versuche nicht, ein vermutetes Verrutschen selbst zu korrigieren. Auch Zeichen einer Entzündung an der Einlagestelle gehören abgeklärt.
Was passiert mit der Periode?
Blutungsveränderungen sind häufig: Die Blutung kann seltener, unregelmäßiger oder länger werden und ganz ausbleiben. Ein zuverlässiger monatlicher Rhythmus lässt sich nicht versprechen. Das kann für manche angenehm und für andere störend sein.
Wenn dich die Veränderung belastet, sprich sie an. Du musst häufige oder langanhaltende Blutungen nicht stillschweigend hinnehmen, weil die Methode langfristig angelegt ist. Notiere etwa, an wie vielen Tagen du blutest und ob Schmerzen dazukommen. Daraus ergibt sich ein konkreter Gesprächseinstieg.
Was unterscheidet das Stäbchen von Ring und Pflaster?
Das Implantat enthält kein Östrogen und braucht keinen wöchentlichen oder monatlichen Wechsel durch dich. Hormonfrei ist es deshalb nicht. Welche Methode gesundheitlich infrage kommt, wird anhand deiner Vorgeschichte und Medikamente geprüft.
Bestimmte Arzneimittel, darunter Johanniskraut und manche Mittel gegen Epilepsie, können den Empfängnisschutz beeinflussen. Erwähne das Implantat deshalb auch, wenn dir später ein neues Medikament verschrieben wird.
Für Implantate mit Etonogestrel gilt außerdem: Bei längerer Anwendung besteht ein geringfügig erhöhtes Meningeomrisiko. Diese seltenen Tumoren der Hirnhäute sind meist gutartig, können aber ernsthafte Beschwerden verursachen. Ein bestehendes oder früheres Meningeom schließt die Anwendung aus. Diese Vorgeschichte muss die verordnende Praxis kennen.
Vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt das Stäbchen nicht. Zusätzliche Kondome können dieses Risiko verringern. Frage beim Einsetzen außerdem, ob du während der ersten Tage noch zusätzliche Verhütung brauchst; der Schutzbeginn hängt von deiner Ausgangssituation ab.