Crossdressing: Bedeutung, eigene Kleidung und der Begriff Transvestit
Crossdressing beschreibt das Tragen von Kleidung, die in einem bestimmten Umfeld einem anderen Geschlecht zugeschrieben wird. Daraus lässt sich weder die Geschlechtsidentität noch die sexuelle Orientierung einer Person ablesen. Die Bundeszentrale für politische Bildung unterscheidet diese Aspekte ausdrücklich.
Was bedeutet Transvestit?
Transvestit ist eine Personenbezeichnung im Zusammenhang mit solcher Kleidung; Crossdressing bezeichnet die Praxis. Der historische Begriff Transvestismus wurde auch pathologisierend verwendet. Die bpb beschreibt Crossdressing als späteren Begriff zur Abgrenzung davon. Verwende für andere Menschen deshalb deren eigene Bezeichnung, statt ihnen anhand eines Outfits ein Etikett zu geben.
Das beantwortet noch nicht, welche persönliche Bedeutung Kleidung für dich hat. Du kannst diese offenlassen, beschreiben oder mit einem passenden Begriff benennen. Niemand muss aus einem einzelnen Kleidungsstück eine feste Identität ableiten.
Was möchtest du eigentlich ausprobieren?
Beginne bei einem konkreten Detail, das dich interessiert: eine bestimmte Silhouette, ein Stoff, ein Schmuckstück oder eine Kombination. Du brauchst nicht sofort eine vollständige Garderobe. Vielleicht möchtest du zunächst sehen, wie ein vorhandenes Hemd mit einer anderen Hose wirkt, oder ein Kleid in Ruhe anprobieren.
Frage dich danach nicht nur, wie du aussiehst, sondern auch, ob du dich gut bewegen kannst und was dir an der Kombination gefällt. Ein Teil kann optisch interessant sein und sich trotzdem nicht angenehm anfühlen. Dann kannst du etwas anderes wählen, ohne daraus eine grundsätzliche Aussage über dich machen zu müssen.
Privat ausprobieren oder mit jemandem teilen
Wenn du gern Rückmeldung möchtest, sag, welche Art von Rückmeldung du suchst: „Mich interessiert, welche der beiden Farben du schöner findest.“ Oder: „Ich möchte es dir zeigen, aber gerade keine Bewertung.“ Damit gibst du dem Gespräch einen konkreten Rahmen.
Du kannst auch ausdrücklich bei einem privaten Versuch bleiben. Ein möglicher Satz ist: „Ich probiere das für mich aus. Bitte mach keine Fotos und erzähl es nicht weiter.“ Möchtest du später etwas zeigen oder gemeinsam ausgehen, kannst du das neu entscheiden.
Ein Gespräch mit deiner Partnerperson
Alex möchte gern ein Kleid anprobieren und erzählt es Sam. Sam fragt sofort, ob das etwas an Alex’ Geschlecht oder an der Beziehung ändert. Alex könnte antworten: „Im Moment möchte ich herausfinden, welche Kleidung mir gefällt. Bitte entscheide nicht für mich, was das bedeutet.“
Sam kann nachfragen, was konkret willkommen ist: gemeinsam etwas aussuchen, beim Anprobieren dabei sein oder erst einmal zuhören. So muss eine persönliche Mitteilung nicht sofort zu einem gemeinsamen Projekt werden.
Wie du auf unerwünschte Fragen reagieren kannst
Eine kurze Antwort reicht: „Über meine Kleidung rede ich gern, über meine Sexualität gerade nicht.“ Oder: „Das ist privat.“ Du musst eine neugierige Frage nicht ausführlich beantworten, nur weil sie freundlich formuliert wurde.
Wenn dich jemand mit einem Wort bezeichnet, das nicht passt, kannst du die Formulierung korrigieren: „Ich nenne das Crossdressing“ oder „Bitte bleib einfach bei meinem Namen.“ Das Gespräch darf danach wieder bei dem Thema weitergehen, über das du ursprünglich sprechen wolltest.