Brust abtasten: Veränderungen wahrnehmen und ärztlich besprechen
Beim Brustabtasten lernst du, was für deinen Körper vertraut ist, und kannst Veränderungen bemerken. Es ist aber kein Test, mit dem du Brustkrebs ausschließen kannst. Ein neuer Knoten oder eine andere auffällige Veränderung gehört in eine ärztliche Abklärung, auch wenn du keine Schmerzen hast.
Eine einfache Schrittfolge
- Schau zuerst hin. Betrachte Brust und Brustwarzen vor einem Spiegel. Lass die Arme zunächst locker hängen und hebe sie anschließend an. Achte darauf, ob sich Form oder Haut neu verändert haben.
- Taste jede Seite ab. Gehe mit kreisenden Bewegungen über das Gewebe. Beziehe den Bereich bis zum Schlüsselbein und unter den Achseln ein. Verwende leichten und etwas festeren Druck, aber niemals so viel, dass es schmerzt.
- Vergiss die Brustwarzen nicht. Taste auch den Bereich um und über jeder Brustwarze behutsam ab.
Unter der Dusche oder im Liegen kann es leichter fallen. Die Brüste müssen nicht gleich groß sein oder sich genau gleich anfühlen. Auch Zyklus, Schwangerschaft, Stillzeit und Wechseljahre können ihr Aussehen und Gefühl beeinflussen.
Welche Veränderungen sind wichtig?
Lass neue Knoten, Verhärtungen oder Schwellungen untersuchen. Weitere Gründe sind eine neu veränderte Brustform, Hautdellen, anhaltende Hautveränderungen oder eine Brustwarze, die sich neuerdings nach innen zieht. Auch Flüssigkeit aus der Brustwarze außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit oder anhaltende Schmerzen sollten besprochen werden.
Viele Veränderungen haben gutartige Ursachen. Trotzdem lässt sich die Ursache nicht daran erkennen, ob etwas schmerzt oder nicht. Du musst eine Auffälligkeit nicht erst selbst als gefährlich einstufen, bevor du dich an eine Praxis wendest.
Wie oft, und was bringt es?
In Deutschland wird häufig eine monatliche Selbstuntersuchung empfohlen. Für Menschen mit Monatsblutung kann etwa eine Woche nach Beginn der Blutung ein günstiger Zeitpunkt sein, weil das Gewebe dann oft weicher ist. Wenn du keine Blutung mehr hast, kann ein gleichbleibender Tag als Erinnerung dienen.
Wichtig ist die Grenze dieser Routine: Es ist nicht belegt, dass Selbstabtasten allein das Risiko senkt, an Brustkrebs zu sterben. Frühe Tumoren sind nicht immer tastbar. Die Selbstuntersuchung ersetzt deshalb keine empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen. Eine neue Auffälligkeit sollte unabhängig davon abgeklärt werden, wann die nächste reguläre Untersuchung geplant ist.
Eine Beobachtung verständlich beschreiben
Für die Terminvereinbarung reichen einfache Worte: „Ich habe seit einigen Tagen links eine neue Verhärtung bemerkt.“ Du musst weder die Größe millimetergenau bestimmen noch wissen, ob sie im Brustgewebe oder in der Haut liegt.
Im Gespräch kannst du die Stelle zeigen und sagen, wann du sie erstmals bemerkt hast. Falls du dir beim Abtasten unsicher bist, bitte darum, dir die Handgriffe zu zeigen. Frage auch, welche Früherkennung zu deiner persönlichen Vorgeschichte passt. So wird aus der unklaren Sorge eine konkrete Frage, die sich untersuchen lässt.