Pride Month: Wann er ist und was er bedeutet
Wann ist Pride Month?
Pride Month findet jedes Jahr im Juni statt. Der Monat macht queeres Leben sichtbar und erinnert an den Einsatz für Rechte und Gleichberechtigung. Du musst weder an einer Veranstaltung teilnehmen noch dich selbst einer Gruppe zuordnen, um dich mit Pride Month auseinanderzusetzen.
Der Juni erinnert an die Stonewall Proteste in New York. Sie begannen nach einer Polizeirazzia am 28. Juni 1969. Ein Jahr später, am 28. Juni 1970, fand der erste New Yorker Pride Marsch zum Jahrestag statt. Die Library of Congress beschreibt diesen historischen Zusammenhang. Der Einsatz für queere Rechte begann allerdings schon vor Stonewall; die Proteste wurden zu einem wichtigen Bezugspunkt.
Pride Month oder CSD: Was ist der Unterschied?
| Begriff | Was damit gemeint ist |
|---|---|
| Pride Month | Der Monat für Erinnerung und Aktionen im Juni. |
| CSD | Christopher Street Day: eine konkrete Veranstaltung oder Veranstaltungsreihe mit queeren Anliegen. |
| Pride | Ein breiterer Begriff, der sowohl für Veranstaltungen als auch für Sichtbarkeit und Solidarität verwendet wird. |
Die CSDs werden vor Ort organisiert. CSD Deutschland vernetzt die Veranstaltenden und verweist auf ihre Termine. Wenn du einen Besuch planst, suche deshalb nach deiner Stadt und der konkreten Veranstaltung. Aus dem Pride Month allein ergibt sich kein gemeinsamer Termin für alle CSDs.
Respektvolle Unterstützung im Alltag
Unterstützung muss nicht groß oder öffentlich sein. Oft hilft es, zuzuhören und nicht vorauszusetzen, wie jemand sich identifiziert oder was die Person erzählen möchte. Zum Beispiel:
- Bei der Anrede: „Welche Anrede oder Pronomen verwendest du?“ Nutze die Antwort im weiteren Gespräch.
- Bei persönlichen Fragen: „Möchtest du darüber sprechen, oder lieber nicht?“ Akzeptiere ein Nein, ohne nachzufragen.
- Wenn du eine abwertende Bemerkung hörst: „So über Menschen zu sprechen, ist nicht in Ordnung.“ Wenn die Situation es verlangt, kannst du die betroffene Person später fragen, welche Unterstützung ihr helfen würde.
- Bei privaten Informationen: Erzähle anderen nicht von der Identität oder persönlichen Geschichte einer Person, wenn sie dir das nicht erlaubt hat. Ein Coming out bleibt eine persönliche Entscheidung.
Auch bei öffentlichen Aktionen lohnt sich ein Blick über Regenbogenfarben und Slogans hinaus. Ein Symbol allein sagt nicht zuverlässig, wie jemand sich im Alltag verhält. Du kannst Unterstützung zeigen, indem du Menschen respektvoll behandelst, ihre Grenzen beachtest und im passenden Moment gegen Ausgrenzung Stellung beziehst.
Eine Einladung ohne Erwartungsdruck
Du möchtest mit einer Freundin zu einer Veranstaltung und weißt nicht, ob sie sich dabei wohlfühlen würde. Du kannst sagen: „Ich würde gern hingehen. Hast du Lust, mitzukommen? Wenn nicht, ist das völlig okay.“ Ein Nein braucht keine Erklärung über ihre Identität oder darüber, wie offen sie damit umgeht.
Vermeide auch gut gemeinte Überraschungen wie ein gemeinsames Foto mit öffentlicher Markierung. Frage zuerst, ob ein Foto und dessen Veröffentlichung gewünscht sind. Ein gemeinsamer Ausflug ist keine automatische Zustimmung, im eigenen Umfeld sichtbar gemacht zu werden.
Was du auch nach Juni tun kannst
Überlege dir eine konkrete Sache, die du beibehalten möchtest: eine abwertende Bemerkung nicht unkommentiert lassen, den gewünschten Namen einer Person verwenden oder dich selbst zu einem Begriff informieren. So bleibt Unterstützung nicht bei einem Regenbogen im Profil stehen.
Du brauchst dafür keinen großen öffentlichen Auftritt. Wenn jemand von einer belastenden Situation erzählt, kannst du erst einmal fragen: „Möchtest du, dass ich zuhöre, oder soll ich bei etwas helfen?“ Lass die Antwort bestimmen, was du als Nächstes tust.