Sexualität im Alter: Was Frauen wichtig sein darf
Auch im Alter darf Sexualität zu deinem Leben gehören, ohne einem festen Muster zu folgen. Vielleicht hast du viel Lust, vielleicht ist dir Zärtlichkeit wichtiger geworden. Entscheidend ist nicht, ob du mit früher mithältst, sondern ob die Nähe heute zu dir passt.
Weniger Feuchtigkeit heißt nicht automatisch weniger Lust
Die Scheidenschleimhaut kann im Verlauf der Wechseljahre trockener und empfindlicher werden. Sex kann dadurch unangenehm sein, obwohl du dir Nähe wünschst. Gleichzeitig verändert sich das sexuelle Verlangen nicht bei allen Frauen gleich. Auch die Beziehung und die persönliche Lebenssituation spielen eine Rolle.
Du musst körperliche Beschwerden deshalb weder als fehlende Liebe deuten noch einfach als Altersfolge hinnehmen. Gesundheitsinformation.de erklärt die unterschiedlichen Veränderungen und mögliche Hilfe bei Beschwerden. Bei Trockenheit kann Gleitmittel den Kontakt angenehmer machen. Hält das Problem an oder treten Schmerzen auf, sprich es in deiner gynäkologischen Praxis an.
Mach Platz für die Nähe, die du möchtest
Wenn euch eine Gewohnheit nicht mehr gefällt, könnt ihr sie ändern. Statt spätabends müde ins Bett zu gehen und Sex zu erwarten, könntet ihr euch bewusst einen ungestörten Nachmittag freihalten. Oder ihr vereinbart einen Abend nur zum Kuscheln, ohne dass daraus etwas Weiteres entstehen muss.
Du darfst auch allein erkunden, welche Berührungen dir heute gefallen. Ein vertrauter Rhythmus oder dieselbe Art von Berührung muss nicht für immer die richtige bleiben. Du brauchst dabei weder ein Ziel noch eine Leistungsvorgabe.
Ein möglicher Anfang zu zweit: „Ich habe Lust auf Nähe, aber ich möchte es heute langsam angehen. Lass uns unterwegs sagen, was angenehm ist.“ Bei Unbehagen kannst du jederzeit unterbrechen oder etwas anderes wählen.
Wenn eure Wünsche auseinandergehen
Mehr Lust auf der einen Seite verpflichtet die andere nicht zu Sex. Versucht, Wunsch und Erwartung auseinanderzuhalten: „Ich vermisse es, begehrt zu werden“ eröffnet ein anderes Gespräch als „Du willst nie mehr“.
Vielleicht wünschst du dir Komplimente, mehr Berührung im Alltag oder Zeit ohne Ablenkung. Benenne möglichst konkret, was dir fehlt. Die andere Person darf anders empfinden. Ihr müsst nicht im selben Gespräch eine gemeinsame Lösung finden.
Welche Beschwerden gehören in die Praxis?
Wiederkehrende Schmerzen verdienen Aufmerksamkeit. Auch eine Blutung nach der Menopause solltest du ärztlich abklären lassen, selbst wenn sie nur einmal oder schwach auftritt. Sie hat verschiedene mögliche Ursachen und ist nicht automatisch harmlos, weil sie nach Sex bemerkt wurde. Der NHS beschreibt, warum eine solche Blutung untersucht werden sollte.
Eine konkrete Formulierung kann sein: „Ich möchte wieder entspannt Nähe erleben, aber diese Beschwerde steht mir im Weg.“ Und wenn du mit deinem Sexualleben zufrieden bist, musst du daraus kein Verbesserungsprojekt machen.