Body Count: Bedeutung und Umgang mit der Frage
Beim Dating meint „Body Count“ meist die Zahl der Menschen, mit denen jemand Sex hatte. Der Ausdruck legt aber nicht fest, welche Erfahrungen genau zählen. Eine Zahl allein ist außerdem kein vollständiges Bild eines Menschen und kein allgemeingültiger Maßstab für dessen Wert.
Was bedeutet Body Count?
Beim Dating zählt der Ausdruck Personen, mit denen jemand Sex hatte, nicht die Häufigkeit sexueller Begegnungen. Der Wörterbucheintrag bei WordWeb nennt diese informelle Bedeutung. In einem Bericht über einen Krieg kann damit dagegen die Zahl gefallener Menschen gemeint sein.
Welche Erfahrungen jemand als Sex bezeichnet, musst du daraus nicht erraten. Falls diese Unterscheidung für ein freiwilliges Gespräch wichtig ist, kannst du nachfragen, was gemeint ist. Niemand braucht für die eigene Vergangenheit eine gemeinsame Punkteliste.
Was sagt die Zahl aus und was nicht?
Eine Zahl kann höchstens eine bestimmte Information über frühere sexuelle Erfahrungen wiedergeben. Sie erzählt nicht automatisch, wie jemand Beziehungen erlebt, welche Grenzen wichtig sind oder was sich die Person künftig wünscht. Sie sagt auch nicht, welche sexuelle Orientierung oder Identität jemand hat.
Du darfst persönliche Vorstellungen darüber haben, was dir in einer Beziehung wichtig ist. Das ist etwas anderes, als eine bestimmte Zahl als allgemeingültiges Urteil über andere Menschen zu behandeln. Wenn du wissen möchtest, ob ihr ähnliche Erwartungen habt, hilft ein Gespräch über diese Erwartungen mehr als eine Bewertung anhand einer Kennzahl.
So kannst du respektvoll darüber sprechen
Wenn du einen konkreten Anlass für die Frage hast, nenne ihn und lass der anderen Person die Wahl, ob sie antworten möchte. Zum Beispiel: „Ich würde gern darüber sprechen, was wir beide für eine Beziehung erwarten. Ist das für dich gerade in Ordnung?“
Wenn du selbst gefragt wirst, kannst du die Frage beantworten, wenn du möchtest. Du kannst aber auch sagen: „Ich teile lieber, was mir in einer Beziehung wichtig ist, als eine Zahl zu nennen.“ Oder kürzer: „Darüber möchte ich gerade nicht sprechen.“ Du musst deine Grenze nicht ausführlich rechtfertigen.
Ist dir nicht klar, warum jemand fragt, kannst du nachhaken: „Was möchtest du mit der Frage herausfinden?“ So wird eher deutlich, ob es um Erwartungen, persönliche Neugier oder etwas anderes geht. Wenn das Gespräch abwertend wird oder du dich unter Druck gesetzt fühlst, darfst du es unterbrechen.
Wenn eine andere Frage dahintersteckt
Ein erfundenes Beispiel: Jana fragt Emil nach seinem Body Count, weil sie wissen möchte, ob er eine feste Beziehung sucht. Emil nennt eine Zahl. Trotzdem weiß Jana danach nicht, was er sich mit ihr vorstellt.
Die direktere Frage wäre: „Suchst du gerade eine verbindliche Beziehung, oder möchtest du unverbindlich daten?” Geht es um Exklusivität, könnt ihr diese Vereinbarung ausdrücklich besprechen. Frühere Kontakte beantworten eine Frage nach heutigen Absprachen nicht.
Anders ist reine Neugier. Die darfst du als solche erkennen, ohne daraus einen Anspruch auf eine Antwort zu machen. „Ich war neugierig, aber du musst mir das nicht sagen” lässt der anderen Person eine wirkliche Wahl.
Eine Grenze respektieren, auch nach einer Antwort
Jemand kann eine Zahl nennen und trotzdem keine weiteren Einzelheiten teilen wollen. Ein erstes Gespräch ist keine dauerhafte Erlaubnis, später Namen, Bewertungen oder Vergleiche einzufordern.
Du kannst auch selbst mitten im Gespräch sagen: „So genau möchte ich das nicht besprechen.” Wenn jemand darauf mit einer Abwertung reagiert, musst du deinen Wert nicht mit einer anderen Zahl verteidigen. Du darfst das Gespräch beenden.