Filzläuse erkennen und behandeln: Was jetzt hilft
Filzläuse sind kleine Parasiten, die vor allem an Schamhaaren leben und Juckreiz auslösen können. Ein Befall lässt sich behandeln. Entscheidend sind ein geeignetes Läusemittel und die Mitbeachtung enger Kontakte; häufigeres Duschen oder eine Intimrasur lösen das Problem nicht.
Woran erkennst du Filzläuse?
Die ungefähr ein bis zwei Millimeter großen Tiere und ihre Eier, die Nissen, sitzen an den Haaren. Hinzukommen können kleine Bissstellen und besonders nachts stärkerer Juckreiz. Auch Achselhaare, Brusthaare, Bart oder Wimpern können betroffen sein.
Juckreiz allein reicht zur Unterscheidung von anderen Hautproblemen nicht aus. In einer Praxis lassen sich Haare und Haut gezielt untersuchen, gegebenenfalls mit einer Lupe. Dafür musst du dich nicht vorher rasieren.
Wie werden sie übertragen?
Meist wechseln Filzläuse bei engem Körperkontakt den Menschen, häufig beim Sex. Seltener erfolgt die Übertragung über gemeinsam benutzte Textilien. Ein Kondom schützt vor verschiedenen sexuell übertragbaren Infektionen, deckt aber die behaarten Hautflächen nicht ab und verhindert deshalb keinen Filzlausbefall.
Was gehört zur Behandlung?
- Das passende Mittel auswählen: Lass dich in einer Praxis oder Apotheke zu einer für Filzläuse geeigneten Behandlung beraten. Befolge die konkrete Anleitung einschließlich Einwirkzeit und möglicher Wiederholung. Ein gewöhnliches Haarshampoo reicht nicht.
- Kontakte einbeziehen: Informiere Personen, mit denen du kürzlich intimen Kontakt hattest. Sie sollen sich ebenfalls untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen. Bis der Befall bei den betroffenen Personen erfolgreich behandelt ist, pausiert ihr engen intimen Kontakt.
- Textilien versorgen: Wasche benutzte Unterwäsche, Handtücher und Bettwäsche bei mindestens 60 Grad, sofern das Material es verträgt. Für nicht waschbare Stücke kommen chemische Reinigung oder das Verschließen in einem Beutel für zwei Wochen infrage.
- Das Ergebnis kontrollieren: Wenn du nach der Behandlung weiterhin lebende Läuse findest, hole erneut fachlichen Rat ein. Setze nicht beliebig zusätzliche Mittel ein.
Was solltest du vermeiden?
Rasieren entfernt einen Befall nicht zuverlässig. Versprühe auch keine Insektizide im Zimmer. Bei Läusen an Wimpern oder Augenbrauen gehört die Behandlung in ärztliche Hände: Übliche Läusemittel dürfen nicht ins Auge gelangen.
Sprich bei der Untersuchung außerdem an, ob Tests auf weitere sexuell übertragbare Infektionen sinnvoll sind. Filzläuse beweisen keine zusätzliche Infektion; die Frage nach möglichen Kontakten hilft bei einer passenden Testentscheidung.