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Chemsex: Bedeutung, Risiken und passende Hilfe

Chemsex bezeichnet Sex im Zusammenhang mit psychoaktiven Substanzen, häufig etwa Crystal Meth, GHB oder GBL und Mephedron. Damit ist nicht automatisch eine Abhängigkeit gemeint. Trotzdem können Konsum und sexuelle Situationen Risiken mit sich bringen, bei denen konkrete Hilfe wichtiger ist als ein Etikett.

Bei Bewusstlosigkeit oder Atemproblemen sofort handeln

Ruf in Deutschland 112, wenn jemand bewusstlos ist, schwer atmet, nicht mehr atmet oder einen Krampfanfall hat. Lass die Person nicht allein. Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung ist die stabile Seitenlage wichtig. Reagiert die Person nicht und atmet sie nicht normal, beginne mit der Wiederbelebung. Einzelne schnappende Atemzüge gelten nicht als normale Atmung. Die Leitstelle kann dich anleiten. Kontrolliere die Atmung weiter.

Bei Verdacht auf Vergiftung nichts zu essen oder zu trinken geben und kein Erbrechen auslösen. Sag dem Rettungsdienst, welche Substanzen möglicherweise genommen wurden und wann. Wenn du es nicht weißt, sage genau das. Behälter oder Verpackungen können bei der Einschätzung helfen.

Welche Risiken verdienen Aufmerksamkeit?

Substanzen können Hemmungen und Wahrnehmung verändern. Belastende Folgen können etwa Schlafprobleme, Herzrasen, starke Stimmungsschwankungen oder das Gefühl sein, verfolgt zu werden. Welche Reaktion entsteht, hängt von der konkreten Situation ab; ein vertrauter Name macht eine Substanz nicht berechenbar.

Sex braucht freiwillige Zustimmung. Wenn jemand nicht mehr klar entscheiden oder kommunizieren kann, unterbrich sexuelle Handlungen und kümmere dich um Sicherheit. Eine frühere Zusage ersetzt keine Zustimmung in dieser Situation.

Nach einem möglichen Kontakt mit HIV ist eine sofortige medizinische Einschätzung wichtig. Eine vorbeugende Behandlung, die PEP, ist zeitkritisch und muss gegebenenfalls innerhalb von 72 Stunden beginnen, möglichst früher. Warte dafür nicht erst auf Symptome oder einen späteren Testtermin.

Beratung ohne fertigen Plan

Du kannst eine Aidshilfe oder Suchtberatungsstelle nach einem Angebot mit Chemsex Erfahrung fragen. Beratung kann auch sinnvoll sein, wenn du erst klären möchtest, ob und was du verändern willst. Nicht jedes Angebot setzt ein bereits beschlossenes Abstinenzziel voraus.

Ein möglicher Einstieg lautet: „Nach den Treffen geht es mir mehrere Tage schlecht, und ich möchte darüber sprechen.“ Oder: „Ich möchte herausfinden, welche Rolle der Konsum für meine Sexualität bekommen hat.“ Frage, welche Einzelgespräche oder Gruppen es gibt und wie mit persönlichen Angaben umgegangen wird.

Bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der Praxiszeiten hilft in Deutschland die 116117. Bei einer möglichen Vergiftung ist der regionale Giftnotruf zuständig, bei Lebensgefahr die 112. Du musst keine sichere Diagnose haben, um Hilfe zu holen.